Was ist Ökostrom?
Ökostrom wird ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen − umweltverträglich, nachhaltig und sicher. Erneuerbare oder regenerative Energiequellen sind unerschöpflich: Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie, Biomasse und Erdwärme stellt uns die Natur endlos zur Verfügung, während die Vorräte an fossilen Energieträgern wie Kohle und Erdöl in nicht allzu ferner Zukunft zu Ende gehen werden. Und sauber ist die aus erneuerbaren Quellen erzeugte Energie obendrein: Die CO2-Emissionen sind minimal, andere problematische Abfallstoffe fallen überhaupt nicht an.
Seit Jahrhunderten schon machen sich die Menschen die Kräfte der Natur zunutze − denken Sie nur an Wind- und Wassermühlen, mit denen Getreide gemahlen oder Hammer- und Sägewerke betrieben wurden. Heute bündeln wir diese Kräfte immer effizienter und gewinnen daraus Energie, die jederzeit und überall zur Verfügung steht: Ökostrom. Als Verbraucher erkennen Sie Ökostrom-Anbieter an verschiedenen Gütesiegeln, die wir Ihnen in auf der Seite Ökostrom-Gütesiegel erklären.
Die wichtigsten erneuerbaren Energiequellen stellen wir Ihnen hier vor:
Wasserkraftwerke nutzen die natürliche Strömungsenergie von fließendem Wasser und wandeln sie über Turbinen oder Wasserräder in elektrischen Strom um. Schon vor Jahrhunderten machte sich die Menschheit die Kraft dieser unerschöpflichen Quelle zum Antrieb von Mühlen und Maschinen zunutze; heute wird aus der Wasserkraft fast nur noch elektrische Energie gewonnen.
Auch die Windenergie nutzt der Mensch seit Jahrhunderten, etwa zum Antrieb von Windmühlen oder zur Fortbewegung von Segelschiffen. Mit mehr als 40 Prozent stellt die Windenergie in Deutschland, noch vor der Wasserkraft, den größten Teil des erneuerbaren Stroms (das sind fast 10 Prozent des gesamten Strombedarfs). Damit zählt Deutschland neben den USA und China weltweit zu den Spitzenreitern bei der Nutzung der Windkraft.
Die Sonne liefert uns Tag für Tag ein Vielfaches mehr an Energie, als wir verbrauchen. Mit Sonnenenergie (oder Solarenergie) könnten wir den weltweiten Energiebedarf mehr als ausreichend decken und die konventionellen Energiequellen langfristig ersetzen.
Bioenergie wird aus Biomasse gewonnen. Biomasse – das sind alle Stoffe organischer Herkunft, ist also im Grunde nichts anderes als gespeicherte Sonnenenergie. Biomasse lässt sich grob in zwei Kategorien unterteilen: Organische Abfälle aus Haushalten, Industrie sowie Land- und Forstwirtschaft, wie Hausmüll, Klärgas, Tierrestprodukte (Gülle, Mist) oder Holzabfälle; und auf der anderen Seite Pflanzen, die eigens zur Energieerzeugung angebaut werden, etwa Raps und Sonnenblumen.
Die geothermische Energiegewinnung macht sich die Erdwärme in der Erdkruste zunutze. Die geothermische Energie, die in den oberen drei Kilometern der Erdkruste gespeichert ist, würde ausreichen, um den weltweiten Energiebedarf noch einige zehntausend Jahre lang zuverlässig zu decken. Allerdings kann heute nur ein kleiner Teil dieser Vorräte technisch zur Stromerzeugung genutzt werden; deshalb ist der Anteil des Stroms aus Geothermie an der Gesamtmenge des Ökostroms (noch) sehr gering. Dagegen nutzen immer mehr Haushalte die Erdwärme direkt zur Wärmeversorgung.
Das Meer ist ein gewaltiger Energiespeicher – was liegt näher, als diese Energie für den Menschen nutzbar zu machen? Besonders die Gezeiten versprechen hier ein hohes Potenzial. Ihre Energie lässt sich derzeit allerdings nur an besonderen Standorten wirtschaftlich in Strom umwandeln. In Frage kommen dafür ausschließlich Buchten oder Flussmündungen mit einem Tidenhub (so nennt man den Unterschied zwischen dem Wasserstand bei Ebbe bzw. Flut) von mindestens fünf Metern. Im Moment sind weltweit erst sechs Gezeitenkraftwerke in Betrieb. Das größte und älteste dieser Kraftwerke steht in Frankreich, an der Mündung der Rance in den Atlantik in der Bucht von Saint-Malo; es produziert seit 1966 Strom.